Sonntag, 1. November 2026

Oktober_ Inspirationen des Monats

Ich liebe den Oktober. Er ist irgendwie mein Monat. Vielleicht, weil er so ist wie ich: mild, nicht zu heiß und nicht zu kalt.  Eine kleine Schattenseite hat er allerdings: Ich werde in diesem Monat wieder ein Jahr älter. Und das macht mich jedes Mal ein wenig traurig. Trotzdem gehört der Oktober zu meinen Lieblingsmonaten. Nicht zuletzt, weil ich in dieser Zeit besonders gerne reise.

Hier kommen meine Highlights des Monats.

Film: „Vaterland“ 

Der Film über Thomas Mann war für mich ein Muss. Meine erste Diplomarbeit habe ich über die Novellen von Thomas Mann geschrieben, und ich kenne mich mit seinen Werken zumindest ein bisschen aus. Deshalb war ich besonders neugierig auf den Film.

„Vaterland“ ist ein Film von Paweł Pawlikowski, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Thomas Mann wird von Hanns Zischler gespielt, seine Tochter Erika von Sandra Hüller. 

Begeistert war ich ehrlich gesagt nicht. Aber der Film regt zum Nachdenken an. Es geht um eine verlorene und sich verändernde Heimat, um unterschiedliche Weltanschauungen, die um den Schriftsteller und seine Zugehörigkeit kämpfen, und um die Frage, ob man in solchen Situationen überhaupt neutral bleiben kann.

Ein Thema, das mich in letzter Zeit sehr beschäftigt. Wie viel Neutralität ist möglich, wenn die Welt um einen herum immer stärker auseinanderdriftet?

Theater: „Mutter Courage“ in Baden-Baden

Das Stück kenne ich sehr gut und habe schon zahlreiche Inszenierungen gesehen. Eine deutsche Inszenierung hatte ich allerdings bisher noch nicht erlebt. Entsprechend neugierig war ich.

Und ich wurde nicht enttäuscht! Die Aufführung hat mir sehr gut gefallen: eine moderne Interpretation, sehr gelungen und mit guten Schauspielern.

Besonders interessant fand ich den Ansatz, das Stück als Auseinandersetzung mit Zensur und der Freiheit von Kunst und Medien zu verstehen. Themen, die heute wieder erstaunlich aktuell sind.

Auch die Geschichte rund um die Baden-Badener Inszenierung von „Mutter Courage“ im Jahr 1962 hat mich beschäftigt. Sie wurde im Zusammenhang mit dem Vorwurf kommunistischer Propaganda verboten. Das Publikum reiste nach Straßbourg, um das Stück zu sehen. 

Das war für mich neu und gleichzeitig etwas irritierend. Denn in dem Teil der Welt, in dem ich aufgewachsen bin, hat man Brechts Stück eigentlich nicht unbedingt mit Kommunismus in Verbindung gebracht. :)

Restaurant: Eine nette Entdeckung in Baden-Baden

Das Pop-up-Restaurant Pop Art Bellini war eine schöne Entdeckung. Es hat sich gezeigt, dass auch ein Pop-up-Projekt durchaus gelingen kann!

Sehr gute Küche, eine schöne Atmosphäre und eine besondere Dekoration, die von Seith aus Karlsruhe gestaltet wurde. Alles in allem ein gemütlicher und genussvoller Abend.

Bücher: Zwei ganz unterschiedliche Lektüren

Zwei Bücher haben mich im Oktober begleitet – und unterschiedlicher könnten sie kaum sein.

„Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ von Ludwig Harig

Ein Roman, der sich mit der Kindheit und Jugend während der NS-Zeit beschäftigt. Harig erzählt von den Einflüssen der Ideologie, von Anpassung und davon, wie selbstverständlich man als junger Mensch in die Denkweise seiner Zeit hineinwachsen kann. Eine interessante und nachdenklich machende Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Frage nach persönlicher Verantwortung.

„Outlive: The Science and Art of Longevity“ von Peter Attia, gemeinsam mit Bill Gifford

Ein ganz anderes Thema: Wie können wir nicht nur länger, sondern vor allem gesünder leben?

Der amerikanische Arzt Peter Attia beschäftigt sich mit Ernährung, Bewegung, Schlaf und mentaler Gesundheit. Im Mittelpunkt steht die Idee, nicht einfach möglichst viele Lebensjahre zu sammeln, sondern möglichst lange gesund, aktiv und selbstständig zu bleiben.

Ein umfangreiches Buch mit vielen Denkanstößen. Es bringt einen durchaus dazu, über die eigenen Gewohnheiten und darüber nachzudenken, was man heute für sein zukünftiges Ich tun kann.

Reisen und Wandern

Gereist bin ich im Oktober eher wenig, dafür habe ich umso mehr gewandert.

Österreich stand wieder auf dem Programm. An einem Wochenende war ich erneut in Bezau im Bregenzerwald. Ich liebe die Natur dort, die wunderschöne Landschaft und vor allem diese kleinen, gemütlichen Dörfer. Es gibt Orte, an denen man sich sofort wohlfühlt – Bezau gehört definitiv dazu. Das war mein Oktober. 

Und trotz des wieder um ein Jahr gestiegenen Alters: Ich mag dich, Oktober! ❤️


Montag, 31. August 2026

Was ich in diesem August nicht gemacht habe


Dieser August war anders. Nicht, weil besonders viel passiert ist, sondern gerade weil ich vieles nicht gemacht habe.

Ich bin diesen Monat nicht gereist. Nicht in meine Heimat und auch nicht an einen anderen Ort. Warum? Weil ich einfach keine Lust auf überfüllte Strände, volle Orte, Flughäfen, Flugzeuge und Züge hatte. Ich wollte meine Ruhe. So wenig Menschenmengen und äußere Reize wie möglich.

Und genau das habe ich mir erlaubt.

Ich habe im August auch nicht wirklich gearbeitet. Oder besser gesagt: Ich habe meine Arbeit auf ein Minimum reduziert. Nicht, weil ich keine Ideen oder keine Aufgaben hatte, sondern weil ich Abstand brauchte. Ich wollte wieder einen Überblick bekommen, ein paar Gedanken sortieren, Pläne für die Zukunft machen und vor allem: mich ein bisschen bremsen.

Ich habe viele Treffen abgesagt und meine Informationen von außen stark reduziert. Weniger Nachrichten, weniger Input, weniger Dinge, die meine Aufmerksamkeit beanspruchen. Und überraschenderweise hat sich das sehr gut angefühlt.

Ich habe keine Kleidung gekauft – obwohl ich das normalerweise wirklich gerne mache. 

Ich habe insgesamt weniger konsumiert, weniger geplant und weniger gemacht. Und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt. 

Vielleicht war genau das das Schönste daran.

Es gab Treffen – aber vor allem mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Es gab Lektüre, allerdings eher leichte Bücher. Ich war natürlich auch draußen in Restaurants, aber entweder in wirklich guten oder eben gar nicht. Ich bin gewandert und habe mich dabei auf meine unmittelbare Umgebung konzentriert. Und dabei wieder einmal gemerkt, wie unglaublich viel sie eigentlich zu bieten hat.

Im Gegenteil: Die Tage waren voll, aber nicht überladen. Voll mit Dingen, die ich tatsächlich machen wollte. Ohne Termine, die schon Wochen vorher feststanden. Ohne das Gefühl, irgendwo sein zu müssen.

Ein herrliches Gefühl.

Ich werde wahrscheinlich auch auf meine üblichen „Inspirationen des Monats“ verzichten. Nicht, weil es keine Inspirationen gab, sondern weil ich für mich konsequent bleiben möchte. Diesen Monat ging es gerade darum, weniger von außen aufzunehmen. Weniger Empfehlungen, weniger neue Dinge, weniger „Das musst du sehen, lesen, hören oder ausprobieren“.

So könnte ich natürlich nicht dauerhaft leben. Das wäre auch gar nicht mein Ziel. Ich liebe Inspiration, Reisen, neue Orte, schöne Dinge, Restaurants und all das, was das Leben interessant macht.

Aber manchmal braucht es eine Pause davon.

Eine Pause, in der man wieder hört, was eigentlich von einem selbst kommt – und was nur von außen hereingetragen wird.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir diesen ruhigen August gegönnt habe. Und jetzt freue ich mich darauf, den September mit neuer Energie zu begrüßen.

Nicht mit einer langen Liste von Vorsätzen. Einfach mit Ruhe und Lust auf das, was kommt.

Der letzte Augusttag.


Freitag, 7. August 2026

Bitteres Fest – der 25. Film von Pedro Almodóvar



Es gibt berühmte Regisseure, und es gibt Namen, die in der Kinowelt ihre Spuren hinterlassen und für die Ewigkeit bleiben. Pedro Almodóvar gehört ohne Zweifel zu diesen renommierten Regisseuren.

Er steht für mich in einer Reihe mit Größen wie Buñuel, Fellini, Pasolini, Antonioni … Seine Werke will man sehen, muss man sehen. Man empfiehlt sie weiter, weil sie etwas Besonderes sind.

Bitteres Fest – der 25. Film des Maestros. Und ja, ich habe alle 25 gesehen. Einige davon nicht nur einmal.

Ich kann mich noch gut an meine ersten Wahrnehmungen und Gefühle während seiner Filme erinnern. Dieses Gefühl, dass man vielleicht nicht alles sofort versteht, was da gerade passiert – und trotzdem völlig gefesselt ist und bis zum Ende weiterschauen will. Genau das ist diese Magie, die für mich wahre Kinokunst ausmacht.

Mein erster Almodóvar-Film war Matador. Dort habe ich für mich Antonio Banderas entdeckt – lange bevor er nach Hollywood ging. Damals war das tatsächlich mein kleiner "Crash". Danach kamen Labyrinth der Leidenschaften, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Fessle mich!,  und viele andere.

Leidenschaftlich, provokativ und rebellisch – so wirkten diese Filme auf mich.

Und die Wahl des ersten Films war damals völlig spontan. Die Filme gab es auf Videokassetten, meistens in sehr schlechter Qualität. Man hörte oft noch den Originalton im Hintergrund, während eine einzige monotone Stimme einfach alle Rollen gleichzeitig synchronisierte. Ich habe die meisten Filme nachts gesehen, weil ich sie mir tagsüber schlicht nicht leisten konnte. (Und aus diesem Absatz kann man mein Alter ungefähr erahnen. 😄)

Erst später habe ich ganz bewusst nach seinen Filmen gesucht, sie auch im Kino gesehen – mit deutscher Synchronisation. Das waren natürlich ganz andere Erlebnisse.

Aber zurück zum 25. Film.

Ich wage gar nicht zu sagen, ob der Film gelungen ist oder nicht. Aber sehen muss man ihn auf jeden Fall. Wir lesen schließlich auch die neuen Bücher unserer Lieblingsautoren, einfach um uns selbst eine Meinung zu bilden.

Farben: sehr bunt, sehr hell, manchmal schrill, aber immer lebendig.

Stil: Kleidung, Räume, Ausstattung, Dekorationen, Villen – alles zum Genießen. Alles unverkennbar Almodóvar. Stilvoll bis ins kleinste Detail.

Musik: Wie immer wunderschön. Sie gehört zu Almodóvars Filmen einfach dazu und macht einen großen Teil ihrer Atmosphäre aus. Sie begleitet die Figuren, verstärkt die Emotionen und erzählt manchmal sogar das, was unausgesprochen bleibt. 

Spanien. Lanzarote. Man möchte sofort dorthin.

Die Figuren: Menschen, die sich selbst suchen, die leiden, lieben, scheitern und wieder aufstehen – wie so oft bei Almodóvar.

Die Mehrschichtigkeit: Wie immer steckt hinter der eigentlichen Geschichte noch so viel mehr.

Und natürlich stellt sich die Frage: Wie autobiografisch ist dieser Film? Hat der Maestro vielleicht auch über seine eigenen Krisen geschrieben? Über die Abhängigkeit eines Künstlers von seiner Arbeit? Denn ohne das Erschaffen wird man irgendwann leer, vielleicht sogar depressiv. Man will gestalten, erzählen, etwas hinterlassen. Und natürlich schöpft jeder Künstler aus seinen eigenen Erfahrungen. Vielleicht versucht man durch seine Werke auch, die eigenen Probleme zu verarbeiten. Die Antwort bleibt offen. 

Was ich bei mir selbst gemerkt habe: Ich bin diesen Filmen aufgewachsen.  Je älter ich geworden bin, desto ruhiger ist auch meine Wahrnehmung dieser Filme geworden. Früher haben sie mich emotional überwältigt, heute analysiere ich mehr. Ich genieße das Storytelling, die Gesten, die Farben, die Stille zwischen den Dialogen.

Für mich ist Bittere Fest ein schöner Film. Vielleicht nicht der stärkste von Almodóvar. Aber wieder ein neuer Film eines Regisseurs, dessen Werke ich niemals verpassen möchte.

Danke, MAESTRO.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Inspirationen des Monats – Juli

 



Der Juli war sehr heiß und ein Monat voller kleiner Entdeckungen – im Kino, beim Lesen, auf Reisen und natürlich auch kulinarisch. Hier sind meine persönlichen Highlights.

Kino

Diesen Monat habe ich zwei sehr unterschiedliche Filme gesehen.

„Vivaldi und ich“ ist eine italienisch-französische Koproduktion mit der italienischen Sängerin und Schauspielerin Tecla Insolia in der Hauptrolle sowie Michele Riondino als Antonio Vivaldi. Vor der wunderschönen historischen Kulisse erzählt der Film vom Waisenhaus für Mädchen in Venedig, in dem Antonio Vivaldi arbeitete und einige seiner bekanntesten Werke entstanden. Neben der großartigen klassischen Musik, die den Film begleitet, steht die tragische Geschichte eines Mädchens im Mittelpunkt, das im Waisenhaus aufwächst. Es ist eine Geschichte über den Wunsch nach Freiheit – und darüber, dass dieser Kampf oft ein tragisches Ende nimmt. Besonders bewegt hat mich der Gedanke, dass Frauen auch heute noch in vielen Ländern nicht als gleichberechtigte Menschen, sondern eher als Besitz oder Gegenstand betrachtet und entsprechend schlecht behandelt werden. Gerade deshalb wirkt die Geschichte erschreckend aktuell.

Ganz anders war es bei „The Piano Tuner“. Ich bin eigentlich nur wegen Dustin Hoffman ins Kino gegangen, doch von ihm sieht man leider nur sehr wenig. Die Handlung war für meinen Geschmack zu vorhersehbar und wirkte stellenweise etwas oberflächlich. Wer jedoch klassische amerikanische Thriller mag und außerdem den charismatischen Hauptdarsteller Leo Woodall sehen möchte, für den lohnt sich der Film durchaus.

Trotzdem hat der Film etwas Positives bei mir ausgelöst: Er hat meinen alten Wunsch geweckt, wieder Klavier zu spielen. Nach meiner Zeit an der Musikschule war ich viel zu perfektionistisch. Ich mochte nicht, wie ich spielte, und anstatt weiter zu üben, habe ich ganz aufgehört. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diesem Wunsch noch einmal eine Chance zu geben.

Lesen

Den Tipp zu „Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen“ von Rebekka Endler habe ich von einer meiner Studentinnen bekommen – und ich hätte nicht erwartet, dass mich das Buch so positiv überrascht

Da ich selbst aus einer sehr patriarchalisch geprägten Kultur komme und viele dieser Denkmuster aus eigener Erfahrung kenne, spricht mich das Thema besonders an. Was mir außerdem gefällt: Das Buch macht neugierig auf weitere historische Recherchen. Es regt dazu an, mehr über Frauen zu erfahren, die in der Geschichte oft übersehen oder vergessen wurden. Ich hoffe, dass besonders junge Menschen dadurch inspiriert werden, sich intensiver mit diesen Geschichten zu beschäftigen.

 Reisen

Im Juli war ich wieder in Freiburg – eine meiner absoluten Lieblingsstädte. Diesmal habe ich drei Tage dort verbracht. Ich genieße es jedes Mal, durch die Altstadt zu schlendern, eine Wurst vor dem Münster zu essen und Studienfreunde zu treffen. Freiburg fühlt sich für mich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. Über diese Stadt werde ich sicherlich noch einen eigenen Beitrag schreiben.

Außerdem habe ich einen neuen Lieblingsort entdeckt: BlauSinn in Albsheim in der Pfalz. Auf Instagram hatte ich schon viele Fotos gesehen und wollte den Ort unbedingt einmal besuchen. Die wunderschöne Landschaft mit den weitläufigen Feldern erinnert fast ein wenig an die Provence. Vor Ort gibt es außerdem viele kleine, liebevoll ausgewählte Produkte zu kaufen. Ein perfektes Ziel für einen entspannten Sommerausflug.

 Gastronomie

Ein kulinarisches Highlight war Zum Stahl in Freiburg. Das Restaurant überzeugt mit authentischer Küche, einer schönen Atmosphäre und fairen Preisen. Eine klare Empfehlung, wenn ihr Freiburg besucht.

Auch Da Michele in Baden-Baden hat mir sehr gut gefallen. Ein kleines, aber feines italienisches Restaurant mit unkomplizierter, ehrlicher Küche. Jeden Tag eine neue Tageskarte mit leckeren Gerichten. Als wir dort waren, saß sogar der neue Oberbürgermeister von Baden-Baden im Restaurant. Da dachte ich sofort: Wenn er hier isst, kann es so schlecht nicht sein. Tatsächlich hat mich das Restaurant überzeugt – gutes, einfaches italienisches Essen, bei dem die Qualität im Mittelpunkt steht.

Das war es für Juli.  Ich freue mich auf Inspirationen vom kommenden August!

Dienstag, 30. Juni 2026

Juni_Inspirationen des Monats

 



Der Juni war sehr  heiß.  Er begann mit einer Hitzewelle, die uns Temperaturen von bis zu 38 Grad bescherte. Da ging es vor allem darum, irgendwo Abkühlung oder zumindest etwas Ablenkung zu finden 

Buch: Carlo Levi – Die doppelte Nacht: eine Deutschlandreise im Jahr 1958

Ein Buch, das mich mit seiner besonderen Atmosphäre und seinen Figuren lange beschäftigt hat. Carlo Levi erzählt ruhig, aber eindringlich und schafft eine Stimmung, die nachwirkt. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das man mit Ruhe genießen sollte. Solche Bücher sind ein Muss, um Kultur und Geschichte besser zu verstehen, Parallelen zu ziehen und Zusammenhänge zu analysieren. Besonders schön ist dabei die Sprache.

Reise: Dijon

Ich war zum ersten Mal in Dijon – und ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen. Umso positiver wurde ich überrascht. Die historische Altstadt ist wunderschön, die Atmosphäre entspannt und gleichzeitig lebendig. Dijon ist für mich viel mehr als nur die Stadt des Senfs und definitiv ein Reiseziel, das ich gerne wieder besuchen würde.

Gastronomie: Chapeau Rouge

Während meines Aufenthalts war ich im Chapeau Rouge essen – und es war einfach hervorragend. Kreative Küche, ausgezeichnete Zutaten und ein Service, der den Abend perfekt gemacht hat. Ein Restaurant, das ich jedem empfehlen kann, der Dijon besucht.

Musik: Jazz

Im Juni habe ich außerdem einige großartige Jazzkonzerte erlebt. Live-Jazz hat einfach eine besondere Energie.

Ein besonderer Tipp bleibt die Hemingway Lounge in Karlsruhe. Dort wird regelmäßig Live-Musik gespielt, und jeder Abend hat seinen eigenen Charakter. Für mich gehört sie inzwischen zu den schönsten Orten der Karlsruher Kulturszene.

Kunst:  Ausstellung in Baden Baden 

Ein weiteres Highlight war mein Besuch im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Die aktuelle Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“ hat mich sehr beeindruckt. Zu sehen sind Gemälde, die auf den ersten Blick wie Fotografien wirken. Die Ausstellung ist noch bis 2. August 2026 zu sehen und lohnt sich auf jeden Fall.

 

Wandern: Weingarten und Umgebung

Als die Temperaturen endlich wieder angenehmer wurden, zog es mich nach draußen. Besonders gefallen haben mir die Wanderungen rund um Weingarten. Die Wege durch Wald und Weinberge sind abwechslungsreich und bieten immer wieder schöne Ausblicke. 

Der erste Sommermonat ist vorbei, und ich bin gespannt, was der Juli bereithält. Bis bald!

Montag, 22. Juni 2026

Jobs, die ich während meines Studiums in Deutschland gemacht habe


Wenn man in ein neues Land kommt, führt der Weg zum Traumberuf meistens nicht direkt ans Ziel. Natürlich gibt es viele verschiedene Wege, und wahrscheinlich hätte ich manches auch abkürzen können. Ein Anruf nach Hause hätte gereicht, und finanzielle Unterstützung wäre da gewesen. Aber ich bin wegen meiner Freiheit nach Deutschland gekommen. Ich wollte mir selbst – und wahrscheinlich der ganzen Welt – beweisen, dass ich alleine etwas erreichen kann.

Besonders reizvoll fand ich die Freiheit, mich unabhängig bewegen und Entscheidungen treffen zu können, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen.

Bereits in meiner zweiten Woche in Deutschland habe ich angefangen zu arbeiten. Während des gesamten Studiums haben wir nebenbei gearbeitet. Unser Vorteil? Wir waren jung, hatten viel Ausdauer und wussten bei jeder Tätigkeit, dass sie irgendwann wieder vorbei sein würde.

Ich werde nicht alle Jobs aufzählen, sondern nur einige, an die ich mich besonders gut erinnere.

1. Straßenfeste

Das war überhaupt mein erster Job. Ich wurde als Getränkeverkäuferin eingestellt. Da ich aber den Dialekt überhaupt nicht verstand und die Realien des , konnte ich viele der Getränke, die ich verkaufen sollte, nicht einmal benennen. Nach etwa einer Stunde stand ich deshalb schon in der Küche und spülte Geschirr.

2. Gastronomie

Wie viele Studierende habe auch ich in der Gastronomie gearbeitet. Allerdings wollte und konnte ich nie als Bedienung arbeiten. Ich war nicht freundlich genug für diesen Job, und Kopfrechnen gehörte noch nie zu meinen Stärken. Deshalb habe ich fast immer in der Küche oder hinter der Bar ausgeholfen.

An kuriose Situationen erinnere ich mich bis heute. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich angeschrien. Zunächst verstand ich nicht einmal, dass ich gemeint war. Mein Chef regte sich darüber auf, dass ich zu viel Sahne auf die Teller verteilt hatte. Als ich schließlich begriff, dass er mit mir sprach, bin ich einfach gegangen.

Ein anderes Mal wurde ich schlechter bezahlt als vereinbart. Ich habe mich zwar mit dem Arbeitgeber gestritten, zu Hause aber trotzdem geweint.

3. Versandhaus

Dort haben wir Kleidung sortiert, im Lager gearbeitet und Bestellungen vorbereitet.

Einmal habe ich verschlafen. Da ich sehr pflichtbewusst war und mir keine andere Lösung einfiel, bin ich mit dem Taxi zur Arbeit gefahren. Ich kam pünktlich an, aber ich glaube, selbst die Chefs des Versandhauses fuhren nur selten mit dem Taxi zur Arbeit. Entsprechend erstaunt wurde ich angeschaut.

4. Deutsche Post

Bei der Deutschen Post habe ich Nachtschichten gearbeitet. Um acht Uhr morgens saß ich entweder bereits in einer Vorlesung oder begann meinen zweiten Job.

Wir sortierten Briefe, bedienten riesige Maschinen und ordneten die Sendungen nach Postleitzahlen. Gegen fünf Uhr morgens durfte man sich hinsetzen und die Briefe manuell sortieren.

Vor Müdigkeit haben wir entweder gelacht oder sind direkt am Arbeitsplatz eingeschlafen.

5. Nachbarschaftshilfe

Diese Tätigkeit habe ich nur für eine begrenzte Zeit ausgeübt, meist an Wochenenden.

Vor oder nach der Pflege bereitete ich den Menschen Frühstück zu, unterhielt mich mit ihnen und half bei kleinen Alltagsaufgaben. Vor jedem Einsatz wusste ich nie, zu wem ich geschickt werden würde. Die Arbeit erforderte enorme Flexibilität, Ausdauer und Freundlichkeit.

Eine ältere Dame mochte mich besonders gern und bat immer wieder darum, dass ich zu ihr komme. Sie war klein, sehr dünn, hochintelligent und vom Leben gezeichnet.

Ich bereitete ihr das Frühstück zu, und anschließend saßen wir oft draußen in ihrem großen Garten und unterhielten uns über Kunst. An diese Gespräche erinnere ich mich bis heute.

6. Nachhilfeunterricht

Ich habe Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern unterstützt. Dabei habe ich gelernt, dass Geduld oft wichtiger ist als Fachwissen. Es war schön zu sehen, wie Kinder Fortschritte machten und mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickelten.

7. Putzen

Auch als Reinigungskraft habe ich gearbeitet.

Das Besondere war, dass ich in vielen Wohnungen eines Wohngebiets tätig war. Manchmal arbeitete ich sogar bei Nachbarn, ohne dass diese voneinander wussten. Viele dieser Menschen sind inzwischen verstorben, mit einigen wenigen bin ich bis heute in Kontakt.

Besonders gut erinnere ich mich an eine Frau, die unglaublich elegant und kultiviert war. Ich war alle zwei Wochen etwa fünf Stunden bei ihr. Sie deckte mir immer den Tisch, backte Kuchen, und wir verbrachten oft fast eine Stunde damit, uns zu unterhalten.

Als ich mein Studium beendet hatte, beendete ich auch all diese Tätigkeiten und begann, mich beruflich weiterzuentwickeln.

Heute denke ich manchmal, dass man sich diesen Weg vielleicht hätte leichter machen können. Damals schien er mir jedoch der einzige Weg zu sein, unabhängig zu sein.

Ich war immer flexibel, habe Menschen respektiert und wollte ständig etwas Neues lernen und erleben.

Rückblickend war es eine anstrengende, aber auch unglaublich interessante Zeit. :)


Freitag, 19. Juni 2026

Vier Tage in Dijon (Frankreich im Sommer 2026)


Ich habe mir vorgenommen, diesen Sommer Frankreich etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Irgendwie kenne ich das Land noch nicht so gut, obwohl es direkt vor der Haustür liegt. Also habe ich spontan vier Tage in Dijon verbracht – ohne großen Plan, ohne feste Liste von Sehenswürdigkeiten, einfach mit Neugier und Appetit.

Das Wetter in Dijon war angenehm, warm, aber nicht zu heiß. Ich bin unter der Woche gereist und war damit mitten im normalen Leben der Stadt. Genau das mag ich: nicht nur die touristische Kulisse zu sehen, sondern den Alltag zu spüren. Morgens die Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die belebten Plätze zur Mittagszeit und die entspannte Stimmung am Abend.

Ich war ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Dijon hat eine angenehme Größe, wirkt lebendig und gleichzeitig entspannt. Da ich keinen ausgearbeiteten Plan hatte, bin ich einfach losgezogen – wie ein hungriger Tourist, der sich treiben lässt. Mal durch kleine Gassen, mal über Märkte, mal auf der Suche nach dem nächsten Café.

Und natürlich gehört für mich zu jeder Reise mindestens ein Besuch in einer Pâtisserie. In Dijon war das keine Ausnahme. Der Duft von frischem Gebäck, knusprigen Croissants und feinen Törtchen gehört für mich einfach zu Frankreich. Sich morgens ein Gebäck zu holen und dazu einen Tee zu trinken, ist oft schon ein kleines Reisehighlight.

Kulinarisch durfte natürlich auch die traditionelle burgundische Küche nicht fehlen. Wer nach Dijon reist, kommt an den Klassikern der Region kaum vorbei. Kräftige Schmorgerichte, regionale Spezialitäten und natürlich der berühmte Senf gehören einfach dazu. Für mich war das ein Muss – und einer der Gründe, warum ich Frankreich künftig noch intensiver entdecken möchte.

Vier Tage sind nicht viel, aber genug, um Lust auf mehr zu bekommen. Dijon war für mich ein gelungener Einstieg in meinen Frankreich-Sommer 2026. Und wenn die nächsten Ziele ähnlich positiv überraschen, dann wird das ein sehr genussvoller Sommer.

Oktober_ Inspirationen des Monats

Ich liebe den Oktober. Er ist irgendwie mein Monat. Vielleicht, weil er so ist wie ich: mild, nicht zu heiß und nicht zu kalt.  Eine kleine ...