Heute ist der erste Tag des Frühlings – und ich merke, wie sehr ich darauf gewartet habe. Je älter ich werde, desto größer wird meine Sehnsucht nach Licht, Wärme und diesem Gefühl von Neubeginn.
Ich versuche zwar, jeder Jahreszeit etwas Schönes abzugewinnen – aber wenn ich ehrlich bin, war der Februar für mich vor allem kalt, grau und faul. Es war ein Monat des Rückzugs. Viel Arbeit am Laptop, viel Nachdenken, viel Planen im Hintergrund. Nicht besonders spektakulär, aber vielleicht genau deshalb wichtig.
Reisen
Viel unterwegs war ich nicht. Eher kleine Wochenendtrips – und genau diese mag ich inzwischen besonders gern. Kurz rauskommen, durchatmen, Abstand gewinnen.
Ein Wochenende ging es nach Zürich. Diese Stadt hat für mich etwas Beruhigendes. Sie ist elegant, klar, fast unaufgeregt – und genau das tut mir gut.
An einem Abend in der Jules Verne Panoramabar zu sitzen, über den Dächern der Stadt, mit einem Cocktail in der Hand und diesem Blick über die Lichter – das sind Momente, in denen ich einfach still werde. Das ist schon wie eine Tradition geworden.
Und natürlich ein Besuch bei Sprüngli am Paradeplatz. Ein Tee, ein Stück Kuchen, ein bisschen Zeit. Es sind keine großen Ereignisse – aber genau diese kleinen Rituale machen einen Aufenthalt für mich besonders.
Ich besuchte noch in Winterthur meine beste Freundin. Es war auch ein schöner Abend mit viel Lachen und Erinnerungen.
Kunst & Kultur
Im Kino habe ich „Extrawurst“ gesehen. Eine deutsche Komödie, leicht erzählt – und trotzdem ziemlich treffend. Ich musste viel lachen, manchmal auch ein bisschen über uns alle. Über Diskussionen, die sich im Kreis drehen, über Empfindlichkeiten, über gesellschaftliche Absurditäten. Es tat gut, das Thema einmal humorvoll zu betrachten.
Sehr bewegt hat mich ein Vorleseabend mit Gedichten von Mascha Kaléko und Erich Kästner. Ich kannte viele Texte bereits – aber sie noch einmal laut zu hören, in einem Raum voller Menschen, war etwas anderes. Ihre Worte sind fein, klug und manchmal schmerzhaft klar. Und erschreckend aktuell. Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hatte.
Wandern
Trotz Kälte war ich am Mummelsee wandern. Winterlandschaften haben für mich etwas Ehrliches. Keine Ablenkung durch Farben oder Blüten – nur klare Luft, Stille und das Knirschen des Schnees unter den Schuhen.
Diese Einfachheit hat etwas Beruhigendes. Fast Meditatives.
Bücher
Mein Buch im Februar war Dark Matter von Blake Crouch.
Science-Fiction ist eigentlich nicht mein Genre. Normalerweise greife ich nicht zu solchen Geschichten. Aber auf Empfehlung habe ich dem Buch eine Chance gegeben – und wurde überrascht.
Es geht um Entscheidungen, verpasste Wege, alternative Lebensentwürfe. Um die Frage, wer wir wären, wenn wir uns anders entschieden hätten. Das hat mich mehr beschäftigt, als ich dachte.
Vielleicht gerade, weil ich selbst viel plane und über „Was wäre wenn?“ nachdenke.
Das war mein Februar.
Kein lauter Monat. Aber einer mit kleinen Momenten, die gutgetan haben.
Und auch wenn die Weltlage gerade vieles schwer wirken lässt, versuche ich bewusst, diese kleinen Lichtblicke wahrzunehmen. Ein Gespräch. Ein Gedicht. Ein Spaziergang. Ein Stück Kuchen mit Blick über eine Stadt.
Manchmal reicht das schon.
Ich wünsche euch einen helleren März.


