Ich habe mich auf Ostern vorbereitet – gebacken, kleine Dinge besorgt, alles wie immer verschenkt. Ich habe ein paar Menschen besucht, gelächelt, Gespräche geführt. Und trotzdem war da dieses Gefühl: Ich wollte einfach weg.
Ich hätte Freunde besuchen können, natürlich. Aber selbst das fühlte sich zu viel an. Ich wollte allein sein. Wirklich allein. Ruhe haben – nicht nur um mich herum, sondern auch in mir. Ich glaube, Menschen, die introvertiert sind und ständig von vielen Eindrücken umgeben sind, verstehen dieses Bedürfnis.
Ich war müde. Nicht körperlich, sondern innerlich. Zu viele Gedanken, die sich nicht leise stellen wollten. Und gleichzeitig diese seltsame Leere. Ich wollte nicht weit weg, aber weit genug, um wieder bei mir anzukommen.
Was macht man in so einem Moment? Man geht einfach. Ohne großen Plan. Ich bin zum Bahnhof gegangen, habe auf die Anzeigetafel geschaut – und mich treiben lassen. Ein paar Stunden später war ich an einem anderen Ort. Genau das habe ich gebraucht: Abstand. Keine Stimmen, keine Erwartungen, kein ständiges Erreichbarsein. Nur ich.
So bin ich für zwei Nächte in einem kleinen Spa-Hotel im Schwarzwald gelandet. Es war spontan, vielleicht auch etwas teuer – aber genau richtig. Und obwohl es ein Spa-Hotel war, ging es mir gar nicht um Wellness. Es ging darum, bei mir selbst anzukommen.
Ich habe nichts gemacht. Und genau das war alles. Ich war draußen, viel draußen, in der Natur. Beim Wandern hatte ich nicht einmal das Bedürfnis, Fotos zu machen, etwas zu posten oder mit jemandem zu kommunizieren. Ich war einfach da – still, präsent, ganz bei mir. Langsam wurde es ruhiger in mir.
Auf dem Rückweg habe ich noch meine Freundin in Baden-Baden besucht. Ein Abendessen dort tut immer gut. Wir haben gelacht. Sie kennt mich – sie weiß, dass ich manchmal Abstand brauche. Und so war es wieder in Ordnung.
Jetzt bin ich zurück. Morgen beginnt wieder der Alltag. Aber etwas ist anders – ein kleines Stück mehr bei mir selbst.
Es war ein schönes, langes Wochenende.:)

