Der Juli war sehr heiß und ein Monat voller kleiner Entdeckungen – im Kino, beim Lesen, auf Reisen und natürlich auch kulinarisch. Hier sind meine persönlichen Highlights.
Kino
Diesen Monat habe ich zwei sehr unterschiedliche Filme gesehen.
„Vivaldi und ich“ ist eine italienisch-französische Koproduktion mit der italienischen Sängerin und Schauspielerin Tecla Insolia in der Hauptrolle sowie Michele Riondino als Antonio Vivaldi. Vor der wunderschönen historischen Kulisse erzählt der Film vom Waisenhaus für Mädchen in Venedig, in dem Antonio Vivaldi arbeitete und einige seiner bekanntesten Werke entstanden. Neben der großartigen klassischen Musik, die den Film begleitet, steht die tragische Geschichte eines Mädchens im Mittelpunkt, das im Waisenhaus aufwächst. Es ist eine Geschichte über den Wunsch nach Freiheit – und darüber, dass dieser Kampf oft ein tragisches Ende nimmt. Besonders bewegt hat mich der Gedanke, dass Frauen auch heute noch in vielen Ländern nicht als gleichberechtigte Menschen, sondern eher als Besitz oder Gegenstand betrachtet und entsprechend schlecht behandelt werden. Gerade deshalb wirkt die Geschichte erschreckend aktuell.
Ganz anders war es bei „The Piano Tuner“. Ich bin eigentlich nur wegen Dustin Hoffman ins Kino gegangen, doch von ihm sieht man leider nur sehr wenig. Die Handlung war für meinen Geschmack zu vorhersehbar und wirkte stellenweise etwas oberflächlich. Wer jedoch klassische amerikanische Thriller mag und außerdem den charismatischen Hauptdarsteller Leo Woodall sehen möchte, für den lohnt sich der Film durchaus.
Trotzdem hat der Film etwas Positives bei mir ausgelöst: Er hat meinen alten Wunsch geweckt, wieder Klavier zu spielen. Nach meiner Zeit an der Musikschule war ich viel zu perfektionistisch. Ich mochte nicht, wie ich spielte, und anstatt weiter zu üben, habe ich ganz aufgehört. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diesem Wunsch noch einmal eine Chance zu geben.
Lesen
Den Tipp zu „Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen“ von Rebekka Endler habe ich von einer meiner Studentinnen bekommen – und ich hätte nicht erwartet, dass mich das Buch so positiv überrascht
Da ich selbst aus einer sehr patriarchalisch geprägten Kultur komme und viele dieser Denkmuster aus eigener Erfahrung kenne, spricht mich das Thema besonders an. Was mir außerdem gefällt: Das Buch macht neugierig auf weitere historische Recherchen. Es regt dazu an, mehr über Frauen zu erfahren, die in der Geschichte oft übersehen oder vergessen wurden. Ich hoffe, dass besonders junge Menschen dadurch inspiriert werden, sich intensiver mit diesen Geschichten zu beschäftigen.
Reisen
Im Juli war ich wieder in Freiburg – eine meiner absoluten Lieblingsstädte. Diesmal habe ich drei Tage dort verbracht. Ich genieße es jedes Mal, durch die Altstadt zu schlendern, eine Wurst vor dem Münster zu essen und Studienfreunde zu treffen. Freiburg fühlt sich für mich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. Über diese Stadt werde ich sicherlich noch einen eigenen Beitrag schreiben.
Außerdem habe ich einen neuen Lieblingsort entdeckt: BlauSinn in Albsheim in der Pfalz. Auf Instagram hatte ich schon viele Fotos gesehen und wollte den Ort unbedingt einmal besuchen. Die wunderschöne Landschaft mit den weitläufigen Feldern erinnert fast ein wenig an die Provence. Vor Ort gibt es außerdem viele kleine, liebevoll ausgewählte Produkte zu kaufen. Ein perfektes Ziel für einen entspannten Sommerausflug.
Gastronomie
Ein kulinarisches Highlight war Zum Stahl in Freiburg. Das Restaurant überzeugt mit authentischer Küche, einer schönen Atmosphäre und fairen Preisen. Eine klare Empfehlung, wenn ihr Freiburg besucht.
Auch Da Michele in Baden-Baden hat mir sehr gut gefallen. Ein kleines, aber feines italienisches Restaurant mit unkomplizierter, ehrlicher Küche. Jeden Tag eine neue Tageskarte mit leckeren Gerichten. Als wir dort waren, saß sogar der neue Oberbürgermeister von Baden-Baden im Restaurant. Da dachte ich sofort: Wenn er hier isst, kann es so schlecht nicht sein. Tatsächlich hat mich das Restaurant überzeugt – gutes, einfaches italienisches Essen, bei dem die Qualität im Mittelpunkt steht.
Das war es für Juli. Ich freue mich auf Inspirationen vom kommenden August!


