Es gibt Filmemacher, bei denen man einfach weiß: Das wird ein guter Abend. Kein Zweifel. Kein großes Nachdenken. Man geht einfach hin.
So ging es mir auch, als ich gesehen habe, dass ein neuer Film von Jim Jarmusch im Kino läuft.
Ein paar Nachrichten verschickt, ein paar Menschen gefragt, für die dieser Name auch etwas bedeutet. Und so saßen wir am Dienstagabend im Kino. Erst zu zweit, dann zu dritt, dann zu viert – und wie das oft bei solchen Abenden ist, kamen spontan noch ein paar Leute dazu. Im Kino selbst haben wir natürlich auch noch ein paar Bekannte getroffen.
Ich persönlich mag kein Popcorn im Kino. Die anderen schon. Sie haben es sich gemütlich gemacht: Popcorn, Getränke – und tatsächlich sogar Wein.
Der Saal war halb leer. Eine angenehme Leere. Man sitzt zusammen und hat trotzdem Raum für sich.
Und dann begann der Film: Father Mother Sister Brother.
Drei kleine Geschichten über drei Familien. Drei Länder. Drei verschiedene Lebensrealitäten. Und doch geht es immer um das Gleiche: um Nähe, um Distanz, um das, was Menschen miteinander verbindet – und manchmal auch voneinander trennt.
Ganz typisch für Jarmusch: ruhig erzählt, mit langen Blicken, kleinen Gesten und Momenten, in denen scheinbar nichts passiert – und doch alles gesagt wird. Keine großen Dramen, keine lauten Effekte. Nur Menschen. Beziehungen. Leben.
Einfach, menschlich, still – und gerade deshalb so nah an der Realität. Ich habe den Film genossen.
Aber eigentlich endete der Abend nicht mit dem Film.
Neben dem Kino gibt es ein kleines Café. Es gehört einer Bekannten. Ein Ort, an dem immer jemand sitzt, den man kennt – oder jemanden kennenlernt.
Das Café war voll. Trotzdem haben wir noch einen Tisch gefunden.
Und da saßen wir dann: ein paar alte Bekannte, ein paar neue Gesichter: Künstlerinnen, die gerade ihre Ausstellungen vorbereiten und darüber auch erzählten. Menschen, die diskutieren, lachen, erzählen.
Wir waren laut. Wir waren fröhlich. Und wir waren uns einig: Der Film war schön. Einer von diesen Filmen, die etwas mit der Stimmung machen. Nicht spektakulär – aber irgendwie wohltuend.
Am Nebentisch wurde noch über einzelne Szenen diskutiert. Über Beziehungen. Über das, was im Film nur angedeutet wird.
Ich habe zugehört, gelächelt und meinen Tee getrunken. Und gedacht:
Manchmal ist es genau das – ein Film, ein paar Menschen, ein volles Café – was einen Abend besonders macht.
Und ja, solche Abende bleiben in Erinnerung. Es war schön.

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