Sonntag, 15. März 2026

Dienstagabend mit Jarmusch



Es gibt Filmemacher, bei denen man einfach weiß: Das wird ein guter Abend. Kein Zweifel. Kein großes Nachdenken. Man geht einfach hin.

So ging es mir auch, als ich gesehen habe, dass ein neuer Film von Jim Jarmusch im Kino läuft.

Ein paar Nachrichten verschickt, ein paar Menschen gefragt, für die dieser Name auch etwas bedeutet. Und so saßen wir am Dienstagabend im Kino. Erst zu zweit, dann zu dritt, dann zu viert – und wie das oft bei solchen Abenden ist, kamen spontan noch ein paar Leute dazu. Im Kino selbst haben wir natürlich auch noch ein paar Bekannte getroffen.

Ich persönlich mag kein Popcorn im Kino. Die anderen schon. Sie haben es sich gemütlich gemacht: Popcorn, Getränke – und tatsächlich sogar Wein.

Der Saal war halb leer. Eine angenehme Leere. Man sitzt zusammen und hat trotzdem Raum für sich.

Und dann begann der Film: Father Mother Sister Brother.

Drei kleine Geschichten über drei Familien. Drei Länder. Drei verschiedene Lebensrealitäten. Und doch geht es immer um das Gleiche: um Nähe, um Distanz, um das, was Menschen miteinander verbindet – und manchmal auch voneinander trennt.

Ganz typisch für Jarmusch: ruhig erzählt, mit langen Blicken, kleinen Gesten und Momenten, in denen scheinbar nichts passiert – und doch alles gesagt wird. Keine großen Dramen, keine lauten Effekte. Nur Menschen. Beziehungen. Leben.

Einfach, menschlich, still – und gerade deshalb so nah an der Realität. Ich habe den Film genossen. 

Aber eigentlich endete der Abend nicht mit dem Film.

Neben dem Kino gibt es ein kleines Café. Es gehört einer Bekannten. Ein Ort, an dem immer jemand sitzt, den man kennt – oder jemanden kennenlernt.

Das Café war voll. Trotzdem haben wir noch einen Tisch gefunden.

Und da saßen wir dann: ein paar alte Bekannte, ein paar neue Gesichter:  Künstlerinnen, die gerade ihre Ausstellungen vorbereiten und darüber auch erzählten. Menschen, die diskutieren, lachen, erzählen.

Wir waren laut. Wir waren fröhlich. Und wir waren uns einig: Der Film war schön. Einer von diesen Filmen, die etwas mit der Stimmung machen. Nicht spektakulär – aber irgendwie wohltuend.

Am Nebentisch wurde noch über einzelne Szenen diskutiert. Über Beziehungen. Über das, was im Film nur angedeutet wird.

Ich habe zugehört, gelächelt und meinen Tee getrunken. Und gedacht:

Manchmal ist es genau das – ein Film, ein paar Menschen, ein volles Café – was einen Abend besonders macht.

Und ja, solche Abende bleiben in Erinnerung. Es war schön. 

Sonntag, 1. März 2026

Februar_Inspirationen des Monats


Heute ist der erste Tag des Frühlings – und ich merke, wie sehr ich darauf gewartet habe. Je älter ich werde, desto größer wird meine Sehnsucht nach Licht, Wärme und diesem Gefühl von Neubeginn.

Ich versuche zwar, jeder Jahreszeit etwas Schönes abzugewinnen – aber wenn ich ehrlich bin, war der Februar für mich vor allem kalt, grau und faul. Es war ein Monat des Rückzugs. Viel Arbeit am Laptop, viel Nachdenken, viel Planen im Hintergrund. Nicht besonders spektakulär, aber vielleicht genau deshalb wichtig.

Reisen

Viel unterwegs war ich nicht. Eher kleine Wochenendtrips – und genau diese mag ich inzwischen besonders gern. Kurz rauskommen, durchatmen, Abstand gewinnen.

Ein Wochenende ging es nach Zürich. Diese Stadt hat für mich etwas Beruhigendes. Sie ist elegant, klar, fast unaufgeregt – und genau das tut mir gut. 

An einem Abend  in der Jules Verne Panoramabar zu sitzen, über den Dächern der Stadt, mit einem Cocktail in der Hand und diesem Blick über die Lichter – das sind Momente, in denen ich einfach still werde. Das ist schon wie eine Tradition geworden. 

Und natürlich ein Besuch bei Sprüngli am Paradeplatz. Ein Tee, ein Stück Kuchen, ein bisschen Zeit. Es sind keine großen Ereignisse – aber genau diese kleinen Rituale machen einen Aufenthalt für mich besonders.

Ich besuchte noch in Winterthur meine beste Freundin. Es war auch ein schöner Abend mit viel Lachen und Erinnerungen. 

Kunst & Kultur

Im Kino habe ich „Extrawurst“ gesehen. Eine deutsche Komödie, leicht erzählt – und trotzdem ziemlich treffend. Ich musste viel lachen, manchmal auch ein bisschen über uns alle. Über Diskussionen, die sich im Kreis drehen, über Empfindlichkeiten, über gesellschaftliche Absurditäten. Es tat gut, das Thema einmal humorvoll zu betrachten.

Sehr bewegt hat mich ein Vorleseabend mit Gedichten von Mascha Kaléko und Erich Kästner. Ich kannte viele Texte bereits – aber sie noch einmal laut zu hören, in einem Raum voller Menschen, war etwas anderes. Ihre Worte sind fein, klug und manchmal schmerzhaft klar. Und erschreckend aktuell. Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hatte.

Wandern

Trotz Kälte war ich am Mummelsee wandern. Winterlandschaften haben für mich etwas Ehrliches. Keine Ablenkung durch Farben oder Blüten – nur klare Luft, Stille und das Knirschen des Schnees unter den Schuhen.

Diese Einfachheit hat etwas Beruhigendes. Fast Meditatives.

Bücher

Mein Buch im Februar war Dark Matter von  Blake Crouch. 

Science-Fiction ist eigentlich nicht mein Genre. Normalerweise greife ich nicht zu solchen Geschichten. Aber auf Empfehlung habe ich dem Buch eine Chance gegeben – und wurde überrascht.

Es geht um Entscheidungen, verpasste Wege, alternative Lebensentwürfe. Um die Frage, wer wir wären, wenn wir uns anders entschieden hätten. Das hat mich mehr beschäftigt, als ich dachte.

Vielleicht gerade, weil ich selbst viel plane und über „Was wäre wenn?“ nachdenke.

Das war mein Februar.

Kein lauter Monat. Aber einer mit kleinen Momenten, die gutgetan haben.

Und auch wenn die Weltlage gerade vieles schwer wirken lässt, versuche ich bewusst, diese kleinen Lichtblicke wahrzunehmen. Ein Gespräch. Ein Gedicht. Ein Spaziergang. Ein Stück Kuchen mit Blick über eine Stadt.

Manchmal reicht das schon.

Ich wünsche euch einen helleren März. 

Eine wohltuende Auszeit

Ich habe mich auf Ostern vorbereitet – gebacken, kleine Dinge besorgt, alles wie immer verschenkt. Ich habe ein paar Menschen besucht, geläc...