Es gibt berühmte Regisseure, und es gibt Namen, die in der Kinowelt ihre Spuren hinterlassen und für die Ewigkeit bleiben. Pedro Almodóvar gehört ohne Zweifel zu diesen renommierten Regisseuren.
Er steht für mich in einer Reihe mit Größen wie Buñuel, Fellini, Pasolini, Antonioni … Seine Werke will man sehen, muss man sehen. Man empfiehlt sie weiter, weil sie etwas Besonderes sind.
Das bittere Fest – der 25. Film des Maestros. Und ja, ich habe alle 25 gesehen. Einige davon nicht nur einmal.
Ich kann mich noch gut an meine ersten Wahrnehmungen und Gefühle während seiner Filme erinnern. Dieses Gefühl, dass man vielleicht nicht alles sofort versteht, was da gerade passiert – und trotzdem völlig gefesselt ist und bis zum Ende weiterschauen will. Genau das ist diese Magie, die für mich wahre Kinokunst ausmacht.
Mein erster Almodóvar-Film war Matador. Dort habe ich für mich Antonio Banderas entdeckt – lange bevor er nach Hollywood ging. Damals war das tatsächlich mein kleiner "Crash". Danach kamen Labyrinth der Leidenschaften, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Fessle mich!, und viele andere.
Leidenschaftlich, provokativ und rebellisch – so wirkten diese Filme auf mich.
Und die Wahl des ersten Films war damals völlig spontan. Die Filme gab es auf Videokassetten, meistens in sehr schlechter Qualität. Man hörte oft noch den Originalton im Hintergrund, während eine einzige monotone Stimme einfach alle Rollen gleichzeitig synchronisierte. Ich habe die meisten Filme nachts gesehen, weil ich sie mir tagsüber schlicht nicht leisten konnte. (Und aus diesem Absatz kann man mein Alter ungefähr erahnen. 😄)
Erst später habe ich ganz bewusst nach seinen Filmen gesucht, sie auch im Kino gesehen – mit deutscher Synchronisation. Das waren natürlich ganz andere Erlebnisse.
Aber zurück zum 25. Film.
Ich wage gar nicht zu sagen, ob der Film gelungen ist oder nicht. Aber sehen muss man ihn auf jeden Fall. Wir lesen schließlich auch die neuen Bücher unserer Lieblingsautoren, einfach um uns selbst eine Meinung zu bilden.
Farben: sehr bunt, sehr hell, manchmal schrill, aber immer lebendig.
Stil: Kleidung, Räume, Ausstattung, Dekorationen, Villen – alles zum Genießen. Alles unverkennbar Almodóvar. Stilvoll bis ins kleinste Detail.
Musik: Wie immer wunderschön. Sie gehört zu Almodóvars Filmen einfach dazu und macht einen großen Teil ihrer Atmosphäre aus. Sie begleitet die Figuren, verstärkt die Emotionen und erzählt manchmal sogar das, was unausgesprochen bleibt.
Spanien. Lanzarote. Man möchte sofort dorthin.
Die Figuren: Menschen, die sich selbst suchen, die leiden, lieben, scheitern und wieder aufstehen – wie so oft bei Almodóvar.
Die Mehrschichtigkeit: Wie immer steckt hinter der eigentlichen Geschichte noch so viel mehr.
Und natürlich stellt sich die Frage: Wie autobiografisch ist dieser Film? Hat der Maestro vielleicht auch über seine eigenen Krisen geschrieben? Über die Abhängigkeit eines Künstlers von seiner Arbeit? Denn ohne das Erschaffen wird man irgendwann leer, vielleicht sogar depressiv. Man will gestalten, erzählen, etwas hinterlassen. Und natürlich schöpft jeder Künstler aus seinen eigenen Erfahrungen. Vielleicht versucht man durch seine Werke auch, die eigenen Probleme zu verarbeiten. Die Antwort bleibt offen.
Was ich bei mir selbst gemerkt habe: Ich bin diesen Filmen aufgewachsen. Je älter ich geworden bin, desto ruhiger ist auch meine Wahrnehmung dieser Filme geworden. Früher haben sie mich emotional überwältigt, heute analysiere ich mehr. Ich genieße das Storytelling, die Gesten, die Farben, die Stille zwischen den Dialogen.
Für mich ist Das bittere Fest ein schöner Film. Vielleicht nicht der stärkste von Almodóvar. Aber wieder ein neuer Film eines Regisseurs, dessen Werke ich niemals verpassen möchte.
Danke, MAESTRO.
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