Montag, 31. August 2026

Was ich in diesem August nicht gemacht habe


Dieser August war anders. Nicht, weil besonders viel passiert ist, sondern gerade weil ich vieles nicht gemacht habe.

Ich bin diesen Monat nicht gereist. Nicht in meine Heimat und auch nicht an einen anderen Ort. Warum? Weil ich einfach keine Lust auf überfüllte Strände, volle Orte, Flughäfen, Flugzeuge und Züge hatte. Ich wollte meine Ruhe. So wenig Menschenmengen und äußere Reize wie möglich.

Und genau das habe ich mir erlaubt.

Ich habe im August auch nicht wirklich gearbeitet. Oder besser gesagt: Ich habe meine Arbeit auf ein Minimum reduziert. Nicht, weil ich keine Ideen oder keine Aufgaben hatte, sondern weil ich Abstand brauchte. Ich wollte wieder einen Überblick bekommen, ein paar Gedanken sortieren, Pläne für die Zukunft machen und vor allem: mich ein bisschen bremsen.

Ich habe viele Treffen abgesagt und meine Informationen von außen stark reduziert. Weniger Nachrichten, weniger Input, weniger Dinge, die meine Aufmerksamkeit beanspruchen. Und überraschenderweise hat sich das sehr gut angefühlt.

Ich habe keine Kleidung gekauft – obwohl ich das normalerweise wirklich gerne mache. 

Ich habe insgesamt weniger konsumiert, weniger geplant und weniger gemacht. Und trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt. 

Vielleicht war genau das das Schönste daran.

Es gab Treffen – aber vor allem mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Es gab Lektüre, allerdings eher leichte Bücher. Ich war natürlich auch draußen in Restaurants, aber entweder in wirklich guten oder eben gar nicht. Ich bin gewandert und habe mich dabei auf meine unmittelbare Umgebung konzentriert. Und dabei wieder einmal gemerkt, wie unglaublich viel sie eigentlich zu bieten hat.

Im Gegenteil: Die Tage waren voll, aber nicht überladen. Voll mit Dingen, die ich tatsächlich machen wollte. Ohne Termine, die schon Wochen vorher feststanden. Ohne das Gefühl, irgendwo sein zu müssen.

Ein herrliches Gefühl.

Ich werde wahrscheinlich auch auf meine üblichen „Inspirationen des Monats“ verzichten. Nicht, weil es keine Inspirationen gab, sondern weil ich für mich konsequent bleiben möchte. Diesen Monat ging es gerade darum, weniger von außen aufzunehmen. Weniger Empfehlungen, weniger neue Dinge, weniger „Das musst du sehen, lesen, hören oder ausprobieren“.

So könnte ich natürlich nicht dauerhaft leben. Das wäre auch gar nicht mein Ziel. Ich liebe Inspiration, Reisen, neue Orte, schöne Dinge, Restaurants und all das, was das Leben interessant macht.

Aber manchmal braucht es eine Pause davon.

Eine Pause, in der man wieder hört, was eigentlich von einem selbst kommt – und was nur von außen hereingetragen wird.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir diesen ruhigen August gegönnt habe. Und jetzt freue ich mich darauf, den September mit neuer Energie zu begrüßen.

Nicht mit einer langen Liste von Vorsätzen. Einfach mit Ruhe und Lust auf das, was kommt.

Der letzte Augusttag.


Freitag, 7. August 2026

Bitteres Fest – der 25. Film von Pedro Almodóvar



Es gibt berühmte Regisseure, und es gibt Namen, die in der Kinowelt ihre Spuren hinterlassen und für die Ewigkeit bleiben. Pedro Almodóvar gehört ohne Zweifel zu diesen renommierten Regisseuren.

Er steht für mich in einer Reihe mit Größen wie Buñuel, Fellini, Pasolini, Antonioni … Seine Werke will man sehen, muss man sehen. Man empfiehlt sie weiter, weil sie etwas Besonderes sind.

Bitteres Fest – der 25. Film des Maestros. Und ja, ich habe alle 25 gesehen. Einige davon nicht nur einmal.

Ich kann mich noch gut an meine ersten Wahrnehmungen und Gefühle während seiner Filme erinnern. Dieses Gefühl, dass man vielleicht nicht alles sofort versteht, was da gerade passiert – und trotzdem völlig gefesselt ist und bis zum Ende weiterschauen will. Genau das ist diese Magie, die für mich wahre Kinokunst ausmacht.

Mein erster Almodóvar-Film war Matador. Dort habe ich für mich Antonio Banderas entdeckt – lange bevor er nach Hollywood ging. Damals war das tatsächlich mein kleiner "Crash". Danach kamen Labyrinth der Leidenschaften, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Fessle mich!,  und viele andere.

Leidenschaftlich, provokativ und rebellisch – so wirkten diese Filme auf mich.

Und die Wahl des ersten Films war damals völlig spontan. Die Filme gab es auf Videokassetten, meistens in sehr schlechter Qualität. Man hörte oft noch den Originalton im Hintergrund, während eine einzige monotone Stimme einfach alle Rollen gleichzeitig synchronisierte. Ich habe die meisten Filme nachts gesehen, weil ich sie mir tagsüber schlicht nicht leisten konnte. (Und aus diesem Absatz kann man mein Alter ungefähr erahnen. 😄)

Erst später habe ich ganz bewusst nach seinen Filmen gesucht, sie auch im Kino gesehen – mit deutscher Synchronisation. Das waren natürlich ganz andere Erlebnisse.

Aber zurück zum 25. Film.

Ich wage gar nicht zu sagen, ob der Film gelungen ist oder nicht. Aber sehen muss man ihn auf jeden Fall. Wir lesen schließlich auch die neuen Bücher unserer Lieblingsautoren, einfach um uns selbst eine Meinung zu bilden.

Farben: sehr bunt, sehr hell, manchmal schrill, aber immer lebendig.

Stil: Kleidung, Räume, Ausstattung, Dekorationen, Villen – alles zum Genießen. Alles unverkennbar Almodóvar. Stilvoll bis ins kleinste Detail.

Musik: Wie immer wunderschön. Sie gehört zu Almodóvars Filmen einfach dazu und macht einen großen Teil ihrer Atmosphäre aus. Sie begleitet die Figuren, verstärkt die Emotionen und erzählt manchmal sogar das, was unausgesprochen bleibt. 

Spanien. Lanzarote. Man möchte sofort dorthin.

Die Figuren: Menschen, die sich selbst suchen, die leiden, lieben, scheitern und wieder aufstehen – wie so oft bei Almodóvar.

Die Mehrschichtigkeit: Wie immer steckt hinter der eigentlichen Geschichte noch so viel mehr.

Und natürlich stellt sich die Frage: Wie autobiografisch ist dieser Film? Hat der Maestro vielleicht auch über seine eigenen Krisen geschrieben? Über die Abhängigkeit eines Künstlers von seiner Arbeit? Denn ohne das Erschaffen wird man irgendwann leer, vielleicht sogar depressiv. Man will gestalten, erzählen, etwas hinterlassen. Und natürlich schöpft jeder Künstler aus seinen eigenen Erfahrungen. Vielleicht versucht man durch seine Werke auch, die eigenen Probleme zu verarbeiten. Die Antwort bleibt offen. 

Was ich bei mir selbst gemerkt habe: Ich bin diesen Filmen aufgewachsen.  Je älter ich geworden bin, desto ruhiger ist auch meine Wahrnehmung dieser Filme geworden. Früher haben sie mich emotional überwältigt, heute analysiere ich mehr. Ich genieße das Storytelling, die Gesten, die Farben, die Stille zwischen den Dialogen.

Für mich ist Bittere Fest ein schöner Film. Vielleicht nicht der stärkste von Almodóvar. Aber wieder ein neuer Film eines Regisseurs, dessen Werke ich niemals verpassen möchte.

Danke, MAESTRO.

Was ich in diesem August nicht gemacht habe

Dieser August war anders. Nicht, weil besonders viel passiert ist, sondern gerade weil ich vieles nicht gemacht habe. Ich bin diesen Monat n...