Dienstag, 30. Juni 2026

Juni_Inspirationen des Monats

 



Der Juni war sehr  heiß.  Er begann mit einer Hitzewelle, die uns Temperaturen von bis zu 38 Grad bescherte. Da ging es vor allem darum, irgendwo Abkühlung oder zumindest etwas Ablenkung zu finden 

Buch: Carlo Levi – Die doppelte Nacht: eine Deutschlandreise im Jahr 1958

Ein Buch, das mich mit seiner besonderen Atmosphäre und seinen Figuren lange beschäftigt hat. Carlo Levi erzählt ruhig, aber eindringlich und schafft eine Stimmung, die nachwirkt. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, das man mit Ruhe genießen sollte. Solche Bücher sind ein Muss, um Kultur und Geschichte besser zu verstehen, Parallelen zu ziehen und Zusammenhänge zu analysieren. Besonders schön ist dabei die Sprache.

Reise: Dijon

Ich war zum ersten Mal in Dijon – und ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen. Umso positiver wurde ich überrascht. Die historische Altstadt ist wunderschön, die Atmosphäre entspannt und gleichzeitig lebendig. Dijon ist für mich viel mehr als nur die Stadt des Senfs und definitiv ein Reiseziel, das ich gerne wieder besuchen würde.

Gastronomie: Chapeau Rouge

Während meines Aufenthalts war ich im Chapeau Rouge essen – und es war einfach hervorragend. Kreative Küche, ausgezeichnete Zutaten und ein Service, der den Abend perfekt gemacht hat. Ein Restaurant, das ich jedem empfehlen kann, der Dijon besucht.

Musik: Jazz

Im Juni habe ich außerdem einige großartige Jazzkonzerte erlebt. Live-Jazz hat einfach eine besondere Energie.

Ein besonderer Tipp bleibt die Hemingway Lounge in Karlsruhe. Dort wird regelmäßig Live-Musik gespielt, und jeder Abend hat seinen eigenen Charakter. Für mich gehört sie inzwischen zu den schönsten Orten der Karlsruher Kulturszene.

Kunst:  Ausstellung in Baden Baden 

Ein weiteres Highlight war mein Besuch im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Die aktuelle Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“ hat mich sehr beeindruckt. Zu sehen sind Gemälde, die auf den ersten Blick wie Fotografien wirken. Die Ausstellung ist noch bis 2. August 2026 zu sehen und lohnt sich auf jeden Fall.

 

Wandern: Weingarten und Umgebung

Als die Temperaturen endlich wieder angenehmer wurden, zog es mich nach draußen. Besonders gefallen haben mir die Wanderungen rund um Weingarten. Die Wege durch Wald und Weinberge sind abwechslungsreich und bieten immer wieder schöne Ausblicke. 

Der erste Sommermonat ist vorbei, und ich bin gespannt, was der Juli bereithält. Bis bald!

Montag, 22. Juni 2026

Jobs, die ich während meines Studiums in Deutschland gemacht habe


Wenn man in ein neues Land kommt, führt der Weg zum Traumberuf meistens nicht direkt ans Ziel. Natürlich gibt es viele verschiedene Wege, und wahrscheinlich hätte ich manches auch abkürzen können. Ein Anruf nach Hause hätte gereicht, und finanzielle Unterstützung wäre da gewesen. Aber ich bin wegen meiner Freiheit nach Deutschland gekommen. Ich wollte mir selbst – und wahrscheinlich der ganzen Welt – beweisen, dass ich alleine etwas erreichen kann.

Besonders reizvoll fand ich die Freiheit, mich unabhängig bewegen und Entscheidungen treffen zu können, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen.

Bereits in meiner zweiten Woche in Deutschland habe ich angefangen zu arbeiten. Während des gesamten Studiums haben wir nebenbei gearbeitet. Unser Vorteil? Wir waren jung, hatten viel Ausdauer und wussten bei jeder Tätigkeit, dass sie irgendwann wieder vorbei sein würde.

Ich werde nicht alle Jobs aufzählen, sondern nur einige, an die ich mich besonders gut erinnere.

1. Straßenfeste

Das war überhaupt mein erster Job. Ich wurde als Getränkeverkäuferin eingestellt. Da ich aber den Dialekt überhaupt nicht verstand und die Realien des , konnte ich viele der Getränke, die ich verkaufen sollte, nicht einmal benennen. Nach etwa einer Stunde stand ich deshalb schon in der Küche und spülte Geschirr.

2. Gastronomie

Wie viele Studierende habe auch ich in der Gastronomie gearbeitet. Allerdings wollte und konnte ich nie als Bedienung arbeiten. Ich war nicht freundlich genug für diesen Job, und Kopfrechnen gehörte noch nie zu meinen Stärken. Deshalb habe ich fast immer in der Küche oder hinter der Bar ausgeholfen.

An kuriose Situationen erinnere ich mich bis heute. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich angeschrien. Zunächst verstand ich nicht einmal, dass ich gemeint war. Mein Chef regte sich darüber auf, dass ich zu viel Sahne auf die Teller verteilt hatte. Als ich schließlich begriff, dass er mit mir sprach, bin ich einfach gegangen.

Ein anderes Mal wurde ich schlechter bezahlt als vereinbart. Ich habe mich zwar mit dem Arbeitgeber gestritten, zu Hause aber trotzdem geweint.

3. Versandhaus

Dort haben wir Kleidung sortiert, im Lager gearbeitet und Bestellungen vorbereitet.

Einmal habe ich verschlafen. Da ich sehr pflichtbewusst war und mir keine andere Lösung einfiel, bin ich mit dem Taxi zur Arbeit gefahren. Ich kam pünktlich an, aber ich glaube, selbst die Chefs des Versandhauses fuhren nur selten mit dem Taxi zur Arbeit. Entsprechend erstaunt wurde ich angeschaut.

4. Deutsche Post

Bei der Deutschen Post habe ich Nachtschichten gearbeitet. Um acht Uhr morgens saß ich entweder bereits in einer Vorlesung oder begann meinen zweiten Job.

Wir sortierten Briefe, bedienten riesige Maschinen und ordneten die Sendungen nach Postleitzahlen. Gegen fünf Uhr morgens durfte man sich hinsetzen und die Briefe manuell sortieren.

Vor Müdigkeit haben wir entweder gelacht oder sind direkt am Arbeitsplatz eingeschlafen.

5. Nachbarschaftshilfe

Diese Tätigkeit habe ich nur für eine begrenzte Zeit ausgeübt, meist an Wochenenden.

Vor oder nach der Pflege bereitete ich den Menschen Frühstück zu, unterhielt mich mit ihnen und half bei kleinen Alltagsaufgaben. Vor jedem Einsatz wusste ich nie, zu wem ich geschickt werden würde. Die Arbeit erforderte enorme Flexibilität, Ausdauer und Freundlichkeit.

Eine ältere Dame mochte mich besonders gern und bat immer wieder darum, dass ich zu ihr komme. Sie war klein, sehr dünn, hochintelligent und vom Leben gezeichnet.

Ich bereitete ihr das Frühstück zu, und anschließend saßen wir oft draußen in ihrem großen Garten und unterhielten uns über Kunst. An diese Gespräche erinnere ich mich bis heute.

6. Nachhilfeunterricht

Ich habe Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern unterstützt. Dabei habe ich gelernt, dass Geduld oft wichtiger ist als Fachwissen. Es war schön zu sehen, wie Kinder Fortschritte machten und mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickelten.

7. Putzen

Auch als Reinigungskraft habe ich gearbeitet.

Das Besondere war, dass ich in vielen Wohnungen eines Wohngebiets tätig war. Manchmal arbeitete ich sogar bei Nachbarn, ohne dass diese voneinander wussten. Viele dieser Menschen sind inzwischen verstorben, mit einigen wenigen bin ich bis heute in Kontakt.

Besonders gut erinnere ich mich an eine Frau, die unglaublich elegant und kultiviert war. Ich war alle zwei Wochen etwa fünf Stunden bei ihr. Sie deckte mir immer den Tisch, backte Kuchen, und wir verbrachten oft fast eine Stunde damit, uns zu unterhalten.

Als ich mein Studium beendet hatte, beendete ich auch all diese Tätigkeiten und begann, mich beruflich weiterzuentwickeln.

Heute denke ich manchmal, dass man sich diesen Weg vielleicht hätte leichter machen können. Damals schien er mir jedoch der einzige Weg zu sein, unabhängig zu sein.

Ich war immer flexibel, habe Menschen respektiert und wollte ständig etwas Neues lernen und erleben.

Rückblickend war es eine anstrengende, aber auch unglaublich interessante Zeit. :)


Freitag, 19. Juni 2026

Vier Tage in Dijon (Frankreich im Sommer 2026)


Ich habe mir vorgenommen, diesen Sommer Frankreich etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Irgendwie kenne ich das Land noch nicht so gut, obwohl es direkt vor der Haustür liegt. Also habe ich spontan vier Tage in Dijon verbracht – ohne großen Plan, ohne feste Liste von Sehenswürdigkeiten, einfach mit Neugier und Appetit.

Das Wetter in Dijon war angenehm, warm, aber nicht zu heiß. Ich bin unter der Woche gereist und war damit mitten im normalen Leben der Stadt. Genau das mag ich: nicht nur die touristische Kulisse zu sehen, sondern den Alltag zu spüren. Morgens die Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die belebten Plätze zur Mittagszeit und die entspannte Stimmung am Abend.

Ich war ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Dijon hat eine angenehme Größe, wirkt lebendig und gleichzeitig entspannt. Da ich keinen ausgearbeiteten Plan hatte, bin ich einfach losgezogen – wie ein hungriger Tourist, der sich treiben lässt. Mal durch kleine Gassen, mal über Märkte, mal auf der Suche nach dem nächsten Café.

Und natürlich gehört für mich zu jeder Reise mindestens ein Besuch in einer Pâtisserie. In Dijon war das keine Ausnahme. Der Duft von frischem Gebäck, knusprigen Croissants und feinen Törtchen gehört für mich einfach zu Frankreich. Sich morgens ein Gebäck zu holen und dazu einen Tee zu trinken, ist oft schon ein kleines Reisehighlight.

Kulinarisch durfte natürlich auch die traditionelle burgundische Küche nicht fehlen. Wer nach Dijon reist, kommt an den Klassikern der Region kaum vorbei. Kräftige Schmorgerichte, regionale Spezialitäten und natürlich der berühmte Senf gehören einfach dazu. Für mich war das ein Muss – und einer der Gründe, warum ich Frankreich künftig noch intensiver entdecken möchte.

Vier Tage sind nicht viel, aber genug, um Lust auf mehr zu bekommen. Dijon war für mich ein gelungener Einstieg in meinen Frankreich-Sommer 2026. Und wenn die nächsten Ziele ähnlich positiv überraschen, dann wird das ein sehr genussvoller Sommer.

Juni_Inspirationen des Monats

  Der Juni war sehr  heiß.  Er begann mit einer Hitzewelle, die uns Temperaturen von bis zu 38 Grad bescherte. Da ging es vor allem darum, i...