Nach etwa einem Monat bei meinen Eltern bin ich wieder zurück in Deutschland. Heute war ich mit einer Bekannten frühstücken. Ein langes, spontanes Frühstück, ein kleiner Austausch – und viele Gedanken danach.
Inzwischen kenne ich ziemlich viele Menschen in meiner Stadt. Ich bekomme oft Einladungen zum Essen oder einfach auf einen Kaffee. Über ein Jahr verteilt kommen da zum Glück viele Treffen zusammen. Manchmal mache ich scherzhaft den Witz, dass die Leute vielleicht denken, ich hätte nicht genug zu essen, weil sie so oft mit mir essen gehen wollen. Natürlich ist das Spaß. Aber es ist schön, eingeladen zu werden.
Manchmal helfe ich anderen, ohne es bewusst zu merken. Oft habe ich schon gehört: „Weißt du noch, was du damals gesagt hast? Das hat mir wirklich geholfen.“ Ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht an alle Gespräche so genau. Aber anscheinend bleiben Worte manchmal länger bei anderen als bei einem selbst.
Es gibt Treffen, die neue Ideen oder Gedanken bringen. Ich treffe mich nur, wenn ich es wirklich möchte. Ohne Erwartungen. Ohne Neid. Ohne etwas von der anderen Person zu wollen. Und ich glaube, genau das macht den Unterschied. Menschen spüren das. Vielleicht verbringen sie deshalb gern Zeit mit mir.
Ich bin nicht besonders extrovertiert. Große Gesellschaften liegen mir nicht. Aber ich liebe diese spontanen Treffen. Daraus entstehen oft regelmäßige Begegnungen. Neue Menschen kommen dazu. Ich selbst bin selten die Initiatorin – ich werde eingeladen. Das berührt mich sehr.
Ich glaube, viele Menschen sehnen sich nach echten Gesprächen, nach Nähe, nach Ruhe. In unserem stressigen Alltag ist das selten geworden. Manche sagen, ich strahle Ruhe aus. Vielleicht. Auch wenn es in mir nicht immer ganz so ruhig ist. Ich gehöre zu den Menschen, die ihren inneren Zustand selten zeigen – nur denen, denen sie wirklich vertrauen. Vielleicht, weil ich Jammern nicht besonders mag.
Wenn ich merke, dass ich Abstand brauche, ziehe ich mich zurück. Ich brauche Zeit und Ruhe, um meine Gedanken zu sortieren. Danach bin ich wieder da – für mich und für andere. Vielleicht ist das mein Charakter. Vielleicht auch berufsbedingt.
Wie ich selbst von diesen Treffen profitiere? Ich tanke Energie. Ich liebe es, Menschen zu begegnen und mich auszutauschen. Das war schon immer so.
Was ich mit diesem Text sagen will? Schenkt euch Zeit.
Manchmal kann ein kleines Gespräch mehr bewirken, als wir denken. Vielleicht rettet es sogar jemanden.
Und das fühlt sich richtig schön an. ✨